Die Bildung eines europäischen Einheitsstaates mag eine interessante Vision sein. Realistisch ist sie nicht. Früher hieß das Motto der EU „Einheit in Vielfalt“. Das bedeutet, dass es innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten höchst unterschiedliche Traditionen, Kulturen und Vorstellungen über die Frage gibt, wie man einen Staat organisiert - und damit auch seine Geldpolitik . Niemals werden sich die EU-Regierungen darüber einig. Und falls doch, wäre es ein aus der Not geborenes Konstrukt auf einer sehr abstrakten, technokratischen Ebene. Welchen Rückhalt kann ein solches Konstrukt in der Bevölkerung haben? Und wie demokratisch legitimiert kann es sein? Der Weg zu einer marktwirtschaftlichen, subsidiaren, letztlich liberalen EU führt hingegen über das Anerkennen der politischen und ökonomischen Realität: Die Währungsunion in dieser Form ist nicht ohne ständige und teure politische Eingriffe überlebensfähig. Sie sollte mit den dafür geeigneten Mitgliedsstaaten der EU neu konstruiert werden. Wenn endlich gutes ökonomisches Wissen und gutes politisches Handeln zusammenfänden – warum sollte das Projekt Europa daran scheitern, wie immer behauptet wird? Am Eintreten für eine Union souveräner Staaten ist nichts antieuropäisches. Es ist patriotisch und proeuropäisch.

Die Achse des Guten: Für Europa und gegen einen verfehlten Euro

Posted Montag, Dezember 5th, at 12:46 AM (∞).

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